Samstag, 25. Juli 2009

Symbolisches Schwarzfahren für ein Sozialticket



Selbsthilfegruppe der Hartz IV-Empfänger macht mit Aktion in Straßenbahnen auf ihr Anliegen aufmerksam

„Ganz in Schwarz” wird die Hartz-Selbsthilfegruppe im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid am Reformationstag Fahrten durch beide Städte unternehmen und auf diese Weise für ein Sozialticket demonstrieren. In drei Gruppen werden sie auf den Straßenbahnlinien 301 und 302 unterwegs sein und dabei mit den Fahrgästen über den Nutzen des Sozialtickets ins Gespräch kommen. „Wir fahren in schwarz, weil auch Menschen mit wenig Geld ein Recht auf Mobilität haben”, haben sich die Aktivisten auf ihre Flugblätter geschrieben. Nach dem Vorbild von Bären- und Schokoticket soll es Beziehern von ALG II, Sozialgeld und Menschen mit geringem Verdienst ermöglicht werden, mit einem Sozialticket durch Nutzung von Bus und Bahn am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zielpunkt der Aktion „In Schwarz fahren” ist am Freitag, 31. Oktober, um 16.15 Uhr auf dem Bahnsteig der Stadtbahn unter dem Hauptbahnhof.„Ganz in Schwarz” wird die Hartz-Selbsthilfegruppe im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid am Reformationstag Fahrten durch beide Städte unternehmen und auf diese Weise für ein Sozialticket demonstrieren. In drei Gruppen werden sie auf den Straßenbahnlinien 301 und 302 unterwegs sein und dabei mit den Fahrgästen über den Nutzen des Sozialtickets ins Gespräch kommen. „Wir fahren in schwarz, weil auch Menschen mit wenig Geld ein Recht auf Mobilität haben”, haben sich die Aktivisten auf ihre Flugblätter geschrieben. Nach dem Vorbild von Bären- und Schokoticket soll es Beziehern von ALG II, Sozialgeld und Menschen mit geringem Verdienst ermöglicht werden, mit einem Sozialticket durch Nutzung von Bus und Bahn am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Zielpunkt der Aktion „In Schwarz fahren” ist am Freitag, 31. Oktober, um 16.15 Uhr auf dem Bahnsteig der Stadtbahn unter dem Hauptbahnhof.



Probeweise Einführung eines Sozialtickets jetzt
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Aktion Demonstratives 'Schwarzfahren' am 16.Juni
Die Forderung nach einem Sozialticket, d.h. eine verbilligte Monatskarte für Bus und Bahn für Transferleistungsbezieher, ist ein wichtiges sozial-politisches Anliegen und ein Signal in unserer Stadt geworden, auch durch die fachlich und gesellschaftlich sehr breite Unterstützung. Bereits 57 Gruppen und Organisationen und 8.000 BürgerInnen unterstützen unser Projekt. Es gibt bundesweit mindestens schon 24 Städte / Kreise, die aus guten Gründen ein solches Sozialticket eingeführt haben.

Jetzt ist es ist an der Zeit, ein Sozialticket für 15.- € monatlich im Kassel-Plus-Bereich für 2010 probeweise einzuführen, um Personen mit geringem Einkommen Mobilität zu ermöglichen.
Dafür muss in den im Herbst zu beschließenden Haushalt der Stadt Kassel ausreichend Geld eingestellt werden, geschätzt etwa 700.000,- € pro Jahr. Der für das Pilotprojekt anfangs erforderliche verkraftbare Zuschussbedarf ist eine gute Investition in die soziale Entwicklung der Stadt.
Kürzlich haben alle Stadtverordneten und der Magistrat Briefe von der Initiative erhalten, in denen die probeweise Einführung gefordert wird.

Um ihrer Forderung nach probeweiser Einführung eines Sozialtickets Nachdruck zu verleihen, fährt die Initiative für ein Sozialticket in Kassel und Umgebung am 16. Juni von 10-12 Uhr demonstrativ schwarz.

Sie will mit dieser Aktion darauf hinweisen, dass viele Menschen in der Region sich den Transport mit Bus und Tram nicht mehr leisten können und deshalb zum ‚Schwarzfahren’ gezwungen sind.

Eröffnet wird mit einer Kundgebung 10 Uhr auf dem Opernplatz, wo auch der
'SchwarzfahrerInnen-Chor' auftritt. Danach steigen Gruppen von 8 – 10 in die Straßenbahnen Richtung Wesertor, Nordstadt und/oder Bettenhausen und verteilen in der Bahn wie auch am Opernplatz Flyer mit der Erklärung der Aktion.

Die EU hat übrigens offiziell beschlossen, 2010 zum sozialen 'Europäischen Jahr der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung' zu machen. Ein Sozialticket in Kassel wäre ein hervorragender Beitrag hierzu. Denn viele Angebote in der Stadt (z.B. Sportvereine, Jugendhäuser, VHS, Kasseler Tafel) können von TransferleistungsempfängerInnen (Erwachsenen und vor allem ihren Kindern) nicht genutzt werden weil das Geld fehlt. Verschuldung und Kriminalisierung durch Schwarzfahren vergrößern die Ausgrenzung der Armen.

Armut, Ausgrenzung, soziale Spaltung und Hoffnungslosigkeit sind ein gefährlicher Nährboden für rechtes Gedankengut und für die Zunahme von Aggressivität in Schule, Familie und öffentlichen Orten. Dem muss auch auf kommunaler Ebene entgegengewirkt werden.

Das Leben in der Stadt wird bestimmt durch das soziale Klima: Gerade in Zeiten der Krise und der Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich sind das Gefühl von Achtung, sozialer Gerechtigkeit und Hoffnung auf ein Leben mit Lebensqualität auch für Arme und ihre Kinder dringend notwendig. Vertrauen und Hoffnung sind politisch eng mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit verbunden – das zeigt sich besonders im konkreten Zusammenleben – auch in Kassel.
http://www.attac-netzwerk.de/kassel/initiative-sozialticket/